Das was einige schon länger vermutet haben ist gestern Nacht unserer Zeit eingetroffen. Microsoft hat einen eigenen Tablet-PC vorgestellt.
Darin ist grundlegend nichts verwerfliches zu erkennen, erstmal. Aber wenn man etwas genauer hinschaut, gibt es doch einige Dinge, die ich persönlich als grosse Fehler von Microsoft ansehe. Schauen wir uns als erstes die Daten zu den beiden Surface-Modellen an.
So, wenn ich das richtig lese, kommt die kleiner Version mit USB 2.0 und normalen microSD-Anschluss daher. Stellt sich dir Frage, warum? Denn es kann sich nicht um Platzgründe handeln. Es scheint mir eher daran zu liegen, dass der im kleineren Moddell verbaute ARM-Prozessor nicht mit so schnellen Datentransfers zurechtkommt, die von einem USB 3.0 und einer microSDXC-Karte zu erwarten sind. Oder was meint ihr?
Wenn ich das so lesen frage ich mich, warum man von einem älteren iPad, oder einem Android-Tablet, zu dem kleinen Modell von Microsoft wechseln sollte. Das Einzige wäre vielleicht das Angebot der Office-Software. Aber das war es eigentlich auch schon.
Schauen wir uns dagegen das grosse Modell an. Wobei der Begriff „grosses Model“ irreführend ist. Denn das Display ist bei beiden Modellen gleich gross, aber auch da gibt es qualitative Unterschiede. Das „Grosse Modell“ bietet ein Full HD-Display, USB 3.0, microSDXC, und ein Mini-Display-Port. Innen werkelt ein Intel-Prozessor, der es sogar erlaubt das kommende Windows 8 voll zu betreiben. Denn damit wird das grössere Model ausgestattet sein.
Ein Highlight ist sicher das Surface Type Cover. Dieses ist ein mit einer Magnethalterung befestigter Deckel, in dem eine Tastatur incl. Trackpad steckt. Das ist schon echt toll. Mit der integrierten ausklappbaren Rückenstütze zusammen genutzt, sieht es gleich nach einem vollwertigen Laptop aus. Zugeklappt schützt es das Display, welches hinter Gorilla-Glas liegt.
Nun aber zu meiner persönlich eher negativen Einschätzung zu dieser Vorstellung von Microsoft. Warum sagt Microsoft nicht welche Prozessoren mit welcher Leistung im Surface arbeiten? Das kleinere Modell hat allein bei den Anschlüssen für mich den richtigen Anschluss an den Konkurrenzmodellen von Apple oder auch Android verloren, bevor es überhaupt erhältlich ist.
Erscheinungstermin und Preise:
Bei einer Keynote in der neue Hardware vorgestellt wird, möchte der potentielle Kunde sicher kein Vierteljahr oder sogar länger warten, um das dann nicht mehr ganz so neue Produkt in den Händen zu halten. Kleiner Vergleich, bei Apple konnte man nach der letzten Keynote sofort das neue MacBook Pro mit Retina-Display bestellen. Und obwohl der Einstiegspreis mit 2.279 Euro nicht gerade billig ist, muss man jetzt schon mit Wartezeiten rechnen, da die erste Charge schon ausverkauft ist. Also erst irgendwelche Wünsche bei potentiellen Kunden wecken und dann sagen: “Nein, nicht jetzt, erst in einigen Monaten!”. Sorry, das ist ja mal völlig gegen jede Verkaufsstrategie.
Wobei der Kunde nicht nur so lange warten muss um das neue Surface von Microsoft in den Händen zu halten. Er sollte auch aus Sicherheitsgründen sparen, denn wir wissen rein gar nichts über die Preise für die beiden Modelle. Es sind zwar Gerüchte über die Preise im Netz unterwegs, wie auch zu der Leistung von ARM- und Intel-Prozessor, aber eben nur Gerüchte. Ach ja, so nebenbei gefragt, was haben die beiden Modelle an Arbeitsspeicher, also RAM verbaut?
Irgendwie scheint es mir, dass Microsoft diese Keynote etwas später hätte machen sollen. Damit wäre allen mehr gedient gewesen. Das ist aber nur meine persönliche Einschätzung, was meint ihr dazu?
Hier noch das Video mit dem Microsoft das Surface vorgestellt hat:


Vielleicht liegt es am Alter, jedoch hat Microsoft tatsächlich einen durch und durch ernstzunehmendes und fortschrittliches Tablet enthüllt. Die Barriere zwischen “Konsumieren” und “Produzieren” löst Microsoft weitgehend auf, womit es insbesondere für die Business-Nutzung interessant wird, aber auch für den Otto-Normal-Haushalt, der einen Computer nur pro forma besaß und nun diesen im Konsumerlebnis mit integriert hat. Die Geräte sind so leistungsfähig, dass man sie problemlos an einen externen Monitor anschließen kann oder durch externen Speicher mit allen notwendigenen Daten versorgen kann. Microsoft hat vor allem eines gezeigt, dass sie hochwertige Geräte entwickeln können und Windows 8 sehr wohl als ein intelligenter und innovativer Schachzug anzushen ist. It’s your turn now!
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